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| | Eine Geräuschprinzessin gegen Fürze | | Was stille Örtchen in Japan so besonders macht und wie Astronauten pinkeln: Kurioses zum Welttoilettentag | | |
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Pinkeln in der Schwerelosigkeit: Dass die Schwerkraft für die ordnungsgemäße Benutzung einer Toilette essentiell ist, wird nirgends so sehr klar wie im All. Ein normales Klo würde dort vor allem zu einer Riesensauerei führen, weshalb es beispielsweise auf der Raumstation ISS so zugeht: Zuerst heißt es: Anschnallen! Dann kommt eine komplexe Absaugvorrichtung ins Spiel, die Festes und Flüssiges trennt. Und dann, ab damit ins Weltall? Mitnichten. Während Urin an Bord wiederaufbereitet wird, um zum Beispiel Wasser und Atemluft zu gewinnen, werden die Feststoffe in handliche people patties gepresst und später auf der Erde entsorgt.
Keine Peinlichkeiten mehr: Um auf öffentlichen Toiletten und in dünnwandigen Wohnblocks nicht mit unangenehmen Körpergeräuschen auf sich aufmerksam zu machen, hatten Japanerinnen eine seltsame Marotte entwickelt: Um lauter zu sein als die Fürze, drückten sie beim Klogang einfach ständig die Spülung. Wassersparen - keine Chance.
Bis ein findiger Toilettenfabrikant die Lösung auf den Markt brachte, die heute auf fast jedem japanischen Lokus zu finden ist: Ein kleines Gerät, das auf Knopfdruck das Geräusch einer rauschenden Spülung von sich gibt. Der überaus passende Name des Wunderdings: «Geräuschprinzessin».
Überhaupt stehen in Japan die wohl komfortabelsten Toiletten der Welt: Kaum nähern sich zwei Beine, hebt sich der Deckel wie von Zauberhand. Der Sitz ist vorgewärmt, die Geräuschprinzessin in die Bedienleiste integriert. Hier kann man auch diverse Bidetfunktionen und Wasserstrahlstärken einstellen sowie zwischen Warm- und Kaltluft beim Trockenföhnen wählen. Und für ganz Extravagante misst das High-Tech-Klo gleich den Blutzuckerspiegel im Urin.
Was für ein Freizeitvergnügen: Der Hamburger Thomas Teige haut mit seinem Schädel Toilettendeckel entzwei. Mit diesem Können hat er es immerhin in die Guinness World Record Show auf RTL geschafft. Dort zertrümmerte er allerdings fünf Deckel weniger als sein Rivale Kevin Shelly aus den USA. Der hält mit 46 zerbrochenen Kloabdeckungen den Rekord.
Sind Sie ein Falter oder ein Knüller? Vermutlich ein Falter, denn das Klopapier wird hierzulande ordentlich zusammengelegt. Das machen laut Marktforschungsstudien von Toilettenpapierherstellern etwa 90 Prozent der Deutschen so. Nur sechs Prozent halten sich nicht an das Konzept der Masse, sie knüllen die Blätter zu einem Ball. Wie übrigens auch ein Drittel aller Engländer, viele Franzosen und fast ausnahmslos alle Amerikaner. Und die restlichen vier Prozent der Deutschen? Die entfallen auf Spezialisten wie den «Wickler» oder den «Ein-Blatt-Abreißer».
«Hilfe, ich kann nicht!» So geht es angeblich bis zu einer Million Menschen in Deutschland, wenn sie unter Zeitdruck oder auf öffentlichen Toiletten pinkeln müssen. Was gern als «schüchterne Blase» belächelt wird, hat sogar einen wissenschaftlichen Namen: Paruresis. Die psychisch bedingte Entleerungsstörung betrifft vor allem Männer beim kleinen Geschäft. Im Extremfall wird sie so zum Problem, dass sich Betroffene ganz aus dem sozialen Leben zurückziehen – aus Angst, unterwegs mal zu müssen.
Mehr Infos unter www.paruresis.de. Ein Trost zum Schluss: Sie finden Toiletten eklig, vor allem öffentliche? Dann wollen wir Ihnen eine Studie der Universität von Arizona nicht vorenthalten, die die Keimbelastung auf Klositzen mit der auf Telefonhörern, Computertastaturen und Computermäusen verglichen hat. Das Ergebnis wird vor allem all die Frauen interessieren, die sich bisher in der Abfahrtshocke erleichtert oder erstmal mit Klopapier ein gemütliches Nest auf der Brille gebaut haben: Nichts ist schlimmer als ein Telefonhörer - er landet auf der Bakterienschleuder-Skala ganz oben. Auch Tastatur und Maus können mit zahlreichen Fäkal- und Eiterbakterien aufwarten. Die Klobrille ist dagegen mit ein paar versprengten Keimen richtiggehend steril. Also: Bitte keine Berührungsängste mehr!
CHRISTINE THURNER
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| 16.11.2008 0:00 MEZ |
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